Schnell Online Verkaufen: Tipps für den Einzelhandel

7 min lesen 01 März 2023
Die Auswirkungen der Ausbreitung von Covid-19 haben den Einzelhandel schwer getroffen. Insbesondere der stationäre Handel mit Konsumgütern war betroffen. Die Situation hat auch längerfristig Auswirkungen auf das  Konsumverhalten: Die Kunden haben sich an eine Art „hybrides Modell“ gewöhnt: Der Einzelhandel hat in den ketzten Jahren viel dazugelernt in Sachen online verkaufen. Wir fassen noch einmal zusammen, welche Möglichkeiten es gibt und was beachtet werden muss…

Wie können die Produkte Online verkauft werden?

Ein eigener Webshop
…ist natürlich die beste Wahl, kann man hier doch nach den individuellen Wünschen gestalten und hat die Kontrolle in der eigenen Hand. Abgesehen von der verhältnismäßig Zeit-intensiven Erstellung, gilt Online dasselbe wie Offline: um Käufer in den Shop zu lotsen, also beispielsweise über Suchmaschinen gefunden zu werden und um loyale Kundenstämme aufzubauen, braucht es vor allem Zeit und Geld. Ein erfolgreicher Onlineshop hat zahlreiche Stellschrauben, die laufend gedreht und optimiert werden müssen: die mobile Ansicht, schnelle Ladezeiten und Suchmaschinenoptimierung, um nur einige zu nennen. Wer also bisher keinen eigenen Webshop betreibt und trotzdem möglichst schnell seine Ware Online anbieten möchte, sollte sich nach Alternativen umsehen.
Online-Marktplätze
…folgen dem Prinzip des Vorbildes der stationären Marktplätze d.h. viele Händler bieten ihr Angebot auf einem Marktplatz an. Die Bezahlung erfolgt meistens über ein umsatzabhängiges Provisionsmodell. Vorteil: Die Händler teilen sich eine gemeinsame Infrastruktur, was wiederum zu Kostenvorteilen führt. Jeder einzelne Shop-Betreiber nutzt z. B. ein vorkonfiguriertes Shop-System, das im Hintergrund zentral gewartet und gepflegt wird. Die entsprechenden Verwaltungs- und Zahlungssysteme werden ebenfalls zur Verfügung gestellt. Nachteil: Die Lösungen bieten wenig Flexibilität und Platz für eigene Ideen. Bekannte Marktplätze sind neben dem Branchenriesen Amazon auch Rakuten oder Ebay. Eine Gegenüberstellung der größten Online Marktplätze gibt es bei Ionos. Ebay bietet  Hilfestellung bei der Erstellung eines Kontos an.

Zum Ebay Verkäuferportal

Ein Social Media Auftritt
…Facebook oder Instagram ist bei vielen Einzelhandelsgeschäften bereits vorhanden. Ein solches Profil ist schnell und unkompliziert angelegt und eröffnet viele Möglichkeiten. Während der Schließzeit, kann ein Facebook/Instagram-Profil als Beratungskanal und Schaufenster fungieren. Gerade wenn man sich auf eine lokale Lieferung beschränken möchte, ist dies wohl die schnellste, einfachste und persönlichste Variante. Facebook und Instagram bieten aktuell für kleine Unternehmen Unterstützung an. Zum Zuschussprogramm für Kleinunternehmen von Facebook

Wie erfolgt die Bezahlung?

Welche Zahlungsmodalitäten kann ich als Online-Shop Neuling möglichst schnell anbieten? Zahlung per Rechnung ist immer möglich aber auch Arbeits- und Zeitaufwendig – jede Rechnung muss geschrieben und gedruckt werden – sowie ein gewisses Risiko des Zahlungsausfalles. Paypal ist mit seinem Käufer- wie Verkäuferschutz eine gute Alternative. Hinsichtlich der Zahlungsmöglichkeiten gibt es ebenfalls zahlreiche Hilfestellungen für Händler, die jetzt Online verkaufen möchten, zahlreiche Dienstleister bieten Komplettlösungen an. Da die richtige Zahlungsmethode absolut kaufentscheidend ist (Umfragen zufolge würden bis zu 70% der potentiellen Käufer ihren Kauf abbrechen, wenn die gewünschte Zahlungsmethode nicht angeboten wird), lohnt sich eine tiefergehende Auseinandersetzung mit diesem Thema. Rechnung, Lastschrift, paypal, Giropay oder Kreditkarte: Eine gute Übersicht gibts auf der Seite fürgründer.de.

Wie kommt das Produkt zum Kunden?

Not macht erfinderisch. Mittlerweile gibt es viele lokale Initiativen, die regionale Lieferangebote zur Verfügung stellen, sei es per Fahrradkurier, Abholung oder aber die persönliche Lieferung, die wir bereits an dieser Stelle näher betrachtet haben. Aber auch die „klassische“ Lieferung per Paketdienst ist eine Möglichkeit, die es zusätzlich erlaubt über die Ortsgrenze hinaus zu liefern.
Egal welche Liefervariante gewählt wird, die Verpackung ist der wesentliche Bestandteil, damit das Produkt unbeschadet beim Kunden ankommt.

Worauf sollte bei der Verpackung geachtet werden?

Gerade kleinere Einzelhändler haben zumeist keine oder nur wenig Lagermöglichkeiten, um eine Vielzahl an Verpackungsmaterial zu lagern. Benötigt werden für den Anfang platzsparende, flexibel und schnell einsetzbare Verpackungslösungen, die zudem preisgünstig sind. Speziell für den E-Commerce hat RAJA ein eigenes Produktsortiment auf einer Seite zusammengestellt.
Bei der Auswahl der Verpackung sollten folgende Punkte berücksichtigt werden:

Vorab an Retouren denken
Auch wer Online bestellt, möchte seine Ware unter Umständen wieder zurückgeben. Einige Kunden warten vielleicht bis die Ausgangsbeschränkungen wieder gelockert werden, andere möchten das Produkt direkt zurücksenden. Generell gilt: vorab Rückgaberichtlinien für die Bestellungen definieren und angeben, ob sich beispielsweise die Rückgabefristen angesichts der Ausnahmesituation verlängern. Wiederverschließbare Kartons oder Versandbeutel sind Verpackungen, die auch für den Rückversand geeignet sind. Sie erleichtern zum einen die Rücksendung und führen somit zu einem positiven Einkaufserlebnis beim Kunden, zum anderen wird durch die Mehrfachnutzung der Rohstoffverbrauch begrenzt, ein Plus für die Umwelt.
Portokosten reduzieren
Sie möchten Kartons bestellen? Ideal sind derzeit Verpackungen, die in Standardpostfächer passen. Denn egal welche Form der Lieferung und Zustellung gewählt wird, auch für die verschiedenen Lieferdienste, Kuriere und Versanddienstleister ist die kontaktlose Zustellung das Gebot der Stunde. Kartons für den Briefkasten sind zum einen portosparend und müssen nicht persönlich übergeben werden, da sie in jeden Standard Briefkasten passen. Auch gepolsterte Versandtaschen, Buchverpackungen oder Kunststoffversandtaschen für Textilien erfüllen je nach Größe diese Kriterien.
Platz- und zeitsparende Verpackungslösungen
Höhenverstellbare Kartons beispielsweise sind je nach Füllmenge einfach anpassbar und somit flexibel für verschiedene Produkte verwendbar. Kartons mit Automatikboden sind zudem schnell aufgebaut und leicht in der Handhabung. Auch Verpackungen mit Haftklebeverschluss sind leicht und schnell in der Handhabung und zusätzliches Verschlussmaterial kann gespart werden. Liefert man selbst aus sind Mehrwegboxen eine gute Möglichkeit. Die Produkte können ansprechend in den vielleicht schon vorhandenen Papiertüten verpackt werden und dann in den Boxen für den Transport verstaut werden. Eine sichere und umweltfreundliche Verpackung für die lokale Lieferkette.
Produkte schützen
Beim Transport muss ein Paket so einiges aushalten. Füll- und Polstermaterial ist daher das A und O bei einer guten Verpackung. Dabei gilt keinesfalls Viel hilft viel. Je besser die Verpackung und das Produkt zusammenpassen, desto weniger Füllmaterial ist notwendig. Als Faustformel gilt: Hohlräume sind unbedingt zu vermeiden. Was es sonst noch zu beachten gibt erfahren Sie in unserem Blogartikel zum Thema.

Kommunikation und Kundenerlebnis sind wichtiger denn je

Im (Einzel-) Handel sollte der Fokus darauf liegen, dem Kunden Freude zu vermitteln, etwa durch kleine Aufmerksamkeiten, aber auch durch eine offene und entgegenkommende Kommunikation. Ein positives Kundenerlebnis wird sich positiv auf die Kundenbindung auswirken, auch nach Covid-19. Fügen Sie den Paketen persönliche Nachrichten oder kleine Aufmerksamkeiten hinzu oder entwickeln Sie ein Treueprogramm, um sich bei den Kunden zu bedanken, die bei ihnen kaufen. Das A und O: Kommunikation mit den Kunden. Transparenz und Ehrlichkeit stehen im Fokus. Über Social Media Kanäle oder per E-Mail können die Kunden auf dem Laufenden gehalten werden. Gerade die Lieferzeiten und eventuell auftretende Probleme wie Lieferengpässe sollten offen und ehrlich kommuniziert werden, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden oder falsche Erwartungen zu wecken. Was für die Gesundheit gilt, gilt auch für die Kundenbeziehung: Vorbeugen besser als heilen! 🙂

Kommentare(2)
  1. Das eine sehr gute Verpackung, die in Erinnerung bleiben kann, den Produktwert selbst noch unterstützt kann ich nur unterschreiben. Leider gibt es immer noch genügend Unternehmen die diesen Schritt zu stiefmütterlich angehen.

    • Hallo Lisa,
      danke für Ihre Antwort. Ja, genau so ist es: Die Verpackung ist Teil (und zwar ein wesentlicher!) der Kommunikation mit dem Kunden/ der Kundin.
      Es gibt auch schon ganz einfache Mittel, um Verpackung zu individualisieren, zum Beispiel mit bedrucktem Klebeband.

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