Gaffa Tape und seine Geschichte

4 min lesen 10 Jänner 2017
Jeder glaubt an etwas anderes. Die Oma schwört auf Brandy – sowohl innerlich als auch äußerlich angewandt. Letzter -und erstaunlich oft wirksamer- Rat eines Kollegen aus der IT: Der Neustart. Und seit Michael Constantine in My Big Fat Greek Wedding den griechischen Schwiegervater gab, weiß man, dass Glasreiniger gegen alles hilft.

Eines für alles: Gaffa hält die Welt zusammen

Hier ist es wahrscheinlich der berühmte Glaube, der Berge versetzt. Über die ganz persönlichen Geheimrezepte wird oft und leidenschaftlich gestritten. Es gibt aber auch ein paar Dinge, bei denen sind sich dann alle wieder einig. Gewebeband ist so ein „Ding“. Jeder kann mindestens eine Geschichte zum Besten geben, bei der der extrem widerstandsfähige Alleskönner die Rettung war: Regenrinne fixieren, Löcher im Gartenschlauch abdichten, Schuhabsatz reparieren, den Hockeyschläger „griffig“ machen, ein Original Ritterkostüm basteln, den gerissenen Rucksackträger kleben. Schwere Gepäcksstücke fixieren, den Kotflügel ankleben, ein durchaus schwimmfähiges Boot bauen…

Das Gewebeband eignet sich einfach perfekt zum Befestigen, Reparieren, Abdichten und Bündeln. Dabei ist es extrem widerstandsfähig, feuchtigkeitsresistent, haftet sehr gut auch auf staubigen und rauen Oberflächen wie beispielsweise Mauerwerk oder Holz.

Gewebeband trotzt Hitze, Kälte und Wasser

Ganz nebenbei zeigt sich der Alleskönner nahezu unbeeindruckt von Witterungseinflüssen aller Art. Wenn es zum Beispiel einmal ein wenig „heißer her geht“, leistet das Gewebeband von tesa ganze Arbeit. Es widersteht Temperaturen von bis zu 95 °C. Dagegen trotzt das Gewebeband von Advance, wenn es bei Raumtemperatur verarbeitet wurde, auch extremer Kälte von bis zu -50 °C.

Sehr praktisch: Trotz dieser Eigenschaften lässt sich das Gewebeband ganz einfach von Hand einreißen, Sie brauchen also wirklich kein weiteres Werkzeug wie Schere oder Cutter.

Gaffa oder Gaffer? Duck oder Duct?

Aber heißt es nun eigentlich Gaffa oder Gaffer? Oder, wie im englischsprachigen Raum gestritten wird: Duct Tape oder Duck Tape? Auch hier zeigt sich das Gewebeband äußerst flexibel. Es „firmiert“ unter all diesen Bezeichnungen (und noch ein paar mehr).

Auch was den Ursprung des Gewebebandes angeht, gibt es Uneinigkeit. Auf Wikipedia findet sich diese Version: Ursprünglich für das amerikanische Militär in klassischem Tarngrün entwickelt, sollte das Gewebeband Feuchtigkeit von Munitionskisten fernhalten. Unter dem Begriff Duck Tape (abgeleitet von dem deutschen Wort Tuch und dem niederländischen Begriff doek) leistete das Gewebeband treue Dienste, auch als Provisorium für Reparaturen von Panzer, Flugzeug und Gewehren. Eine alternative Erklärung zum Begriff Duck Tape liegt in seinen hervorragenden Abdichtungseigenschaften. Da es Wasser und Staub „abperlen“ lässt wie Entengefieder, eben wie eine „Duck“, erhielt es den Namen „Enten-Tape“.

Vom Militär ins Haus und auf die Bühne

Das Gewebeband hatte die komplette Männerwelt im Sturm überzeugt und wurde nach dem Krieg während der Boomphase der Bauwirtschaft gerne und oft verwendet. Bauherren, Handwerker und Hausmeister griffen für alle möglichen Arbeiten auf das Tape zurück, besonders gerne aber bei Rohrleitungsarbeiten, englisch: Ductwork. Aufgrund der Wortverwandtschaft wurde aus dem Duck Tape so sehr schnell das Duct Tape. Auch optisch glich sich das Band seinem neuen Verwendungszweck an: Statt dem Militärgrün wurde nun überwiegend die silberne, „rohrfarbende“ Variante nachgefragt.

Auch an Theaterbühnen und Fernsehsets wurde (und wird!) das Gewebeband gerne verwendet. Um zum Beispiel Bühnenbeleuchtung und Kabel zu fixieren, wurde das Band auch unter dem Begriff Gaffer (englisch für Vorarbeiter, Beleuchter, Elektriker, Oberbeleuchter) bekannt. Im Volksmund wurde daraus dann das Gaffa. Und wieder passte das Gewebeband „chamäleonfix“ seine Farbe an: Um möglichst wenig aufzufallen und möglichst wenig Licht zu reflektieren, wird das klassische Gaffa Tape in schwarz angeboten.

Das Gewebeband – Chamäleon

Seinen ganz eigenen Verwendungszweck hat das Gewebeband also durch nahezu alle Branchen hinweg gefunden – und wechselte dabei je nach Bedarf die Farbe. Mittlerweile wird der Alleskönner auch zu Markierungszwecken in Neonfarben und zum Basteln in sämtlichen Farben des Regenbogens angeboten- das Internet ist voll von wirklich kreativen Ideen! In Industrie und Handwerk, in Werkstätten und auf Baustellen und auf Theaterbühnen wird das Klebeband jedoch überwiegend in silber, schwarz und gelegentlich auch weiß (beschriftbar) verwendet.

Weitere Namen und ihre Herkunft:

Panzertape = stark wie ein Panzer, beziehungsweise zusammengedreht zum „Tau“ in der Lage, einen Panzer zu ziehen

Lasso = die österreichische Bezeichnung

MacGyver-Tape = im englischsprachigen Raum, aufgrund seiner immens vielseitigen Einsatzzwecke

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