Verpackung 4.0 – Smart Packaging und Co.

17 min lesen 21 Oktober 2020

An eine „gute“ Verpackung werden heute eine Vielzahl an Anforderungen gestellt. Das gilt insbesondere für Transport- oder Versandverpackung, viele Punkte lassen sich aber genauso auch auf Verkaufsverpackung übertragen. Neben der offenkundlichen Hauptaufgabe, nämlich dem Schutz des Packgutes während Transport und Lagerung, verstehen wir unter der Verpackung 4.0 eine Verpackung, die den heutigen und zukünftigen Wünschen bzw. Träumen der Kunden und Versender entspricht.

Verpackung – heute und in Zukunft

Verpackung wird stetig entwickelt und weitergedacht. Fortschritte in Forschung und Technik, sich ändernde Absatzmärkte und Bedürfnisse sowohl der Versender als auch Empfänger ergeben immer neue „Kompromisse“. Ob die Verpackung der Zukunft tatsächlich aus Meeresalgen oder Pilzen besteht, wird sich zeigen. Über die Verpackung der Zukunft lässt sich heute nur spekulieren. Was aber ist HEUTE eine Verpackung, die alle aktuell an sie gestellten Ansprüche erfüllt? Was ist die moderne Verpackung state of the art, die Verpackung 4.0?

Die 4 Funktionen einer modernen Verpackung

Die Anforderungen an eine Verpackung ändern sich stetig. Die Bedürfnisse der Anwender wandeln sich, die Prozesse in Transport und Versand werden stetig weiterentwickelt und Forschung und Entwicklung in der Herstellung machen Neuerungen möglich. Aktuell wird von einer guten Verpackung erwartet, dass sie

  • voll automatisierte Prozesse im Lager und Versand d.h. die Industrie 4.0 unterstützt,
  • nicht nur selbst Informationen generiert, sondern auch über alle Stufen der Lieferkette hinweg miteinander kommuniziert, ihre Inhalte selbst überwacht und dabei zielführende Entscheidungen trifft. Man spricht dann von intelligenter Verpackung oder auch Smart Packaging.
  • beim Kunden als Point of Sale agiert und jeden Kunden persönlich anspricht
  • nachhaltig ist.

Wie weit sind wir heute im Einsatz der Verpackung 4.0?

Fabian Kraft, Leitung National Key Accounts bei RAJA Deutschland, wagt auf der Logistic Summit 2020 eine Einschätzung: „Wir könnten 3.8 heute schon ganz gut abbilden. Reell liegen wir wohl er bei 3.6 – und selbst das ist für viele deutsche Unternehmen noch unerreicht.“

Woran liegt das? Was sind die Herausforderungen, mit denen Unternehmen in Bezug auf Verpackung zu kämpfen haben? Wir haben sie Punkt für Punkt „abgearbeitet“:

I – Die Rolle der Automatisierung in der Verpackung

Ab einem gewissen Pack-Aufkommen kommen Sie an einer Automatisierung der Abläufe nicht vorbei. Doch was ist heute in realistischem Maße als Automatisierungsgrad möglich?

Vollautomatische Waren-Kommissionierung, mithilfe von Kommissionierautomaten bzw. Kommissionier-Robotern, setzt eine komplette Neuorganisation der Lagersysteme voraus. Eine Investition, die sich aktuell kaum rechnet. Steigende Lohnkosten und Arbeitskräftemangel könnten hier (sehr) langfristig gesehen zu einem Umdenken führen. Für eine Teil-Automatisierung bzw. das elektronisch unterstütze Arbeiten beim Kommissionieren jedoch gibt es bereits einige praktikable Lösungen. Das Kommissionieren mithilfe mobiler Datenerfassung (MDE), das Kommissionieren mittels Barcode (Pick-by-Scan), sprachgesteuerte Kommissionierung (Pick-by-Voice), das Kommissionieren mithilfe einer Datenbrille (Pick-by-Vision) oder mittels Radiowellen (Pick-by-RFID) sind einige der Ansätze, die in der Praxis bereits tägliche Realität sind. Mehr dazu im Blog: Modernes Kommissionieren.

Beim Verpacken führt ein gewisser Grad an Automatisierung zu Effizienzsteigerung, mehr Nachhaltigkeit und einer End-Kontrolle, der nichts entgeht. Das kann dann so  oder so ähnlich aussehen:

Ein typischer, teil-automatisierter Packprozess:

Das Packen der (Versand-) Kartons ist in aller Regel immer noch „Handarbeit“. Aber entlang der Packstraße machen sich automatisierte Prozesse bezahlt. Eine Karton-Aufrichtemaschine beispielsweise, die anhand der Auftragsdaten den Karton auf die Rollenbahn schickt, der in Größe und Beschaffenheit zum Auftrag passt, führt nicht nur zu eindeutig schnelleren Abläufen, sondern zahlt auch auf die Nachhaltigkeit ein: In Sekundenbruchteilen kann die Maschine erfassen, welches der kleinstmögliche Karton und damit der mit dem geringsten Aufwand an Füll- und Polstermaterial ist – während der Packer bzw. die Packerin verständlicherweise eher zum größeren Karton greift, um nicht nachher noch einmal umpacken zu müssen.

Exkurs:
Mehr über das „Phänomen“ zu großer Versandkartons und wie z.B. das Fraunhofer Institut an möglichen, automatisierten Lösungen arbeitet: Zu große Versandverpackungen

Nach dem Packen wird dank des RFID Chips überprüft, ob der Inhalt des Kartons auch mit dem Auftrag übereinstimmt. Auch hier spielen Nachhaltigkeitsgründe eine Rolle für diesen Automatisierungsschritt: Eine Nachlieferung bedeutet eben nicht nur einen verärgerten Kunden, sondern auch mehr Verpackungsaufwand und mehr Transportlogistik bedeutet mehr CO².

Nach dem Einpacken geht der Karton weiter Richtung automatische (volumenoptimierende) Kartonverschließmaschine  und danach zum Versandlabelling, um final über eine PLZ-Vorsortierung dem passenden Post-Trolley oder einer Palette zugeführt. Im nächsten Arbeitsschritt wird voll- oder teilautomatisiert umstretcht mithilfe eines Palettenwicklers.

Die Anforderungen eines automatischen Packprozesses an die Verpackung

An die Verpackung bzw. die verwendeten Materialien selbst stellt dieser Prozess gewisse Anforderungen. So wird bei maschinell verarbeiteten Verpackungen beispielsweise eine gewisse Stabilität vorausgesetzt. Verpackungen aus Vollpappe haben sich hier bei automatisch verarbeiteten Versandverpackungen bewährt, aber auch andere Lösungen bieten die nötige „Biegesteifigkeit“.  Wichtig bei maschinell verarbeiteten Kartons ist auch eine Gleichverteilung des Flächengewichts und der Dicke (Schwerpunkt) und die Konstanz in den Maßen (innerhalb eines gewissen, geringen Toleranzbereichs). Sprechen Sie beim Kauf von Kartons für den automatischen Packprozess im Zweifel vorab mit unserer Kundenberatung. Auch Klebebänder und Stretchfolie speziell für die Verarbeitung mit Maschinen müssen bestimmte materielle Voraussetzungen mitbringen. In unserem Sortiment finden Sie daher speziell für automatische Packprozesse geeignete Maschinenstretchfolien und Maschinenpackband.

Die für den automatischen Packprozess geeignete Verpackung muss außerdem Fläche bieten für gut lesbares Labeling, also das Anbringen von beispielsweise RFID Chips, Strichcodes oder ähnlichem. Industrie 4.0 bezeichnet die umfassende Digitalisierung der industriellen Produktion. Das beinhaltet automatisierte Lager- und Logistikzentren. Alle Daten werden erfasst und ausgewertet. Ohne Barcodes oder RFID-Technik wäre das nicht denkbar. Denn mit ihrer Hilfe können Mengenüberprüfungen stattfinden, Lieferwege verfolgt werden und Qualitätskontrollen erfolgen, um die Abläufe noch weiter zu optimieren.

Jedoch ist die Umstellung auf bzw. die Einführung von automatischen Packprozessen ein recht komplexer Schritt, den viele Versender noch scheuen. Sprechen Sie uns an, wenn Sie Interesse haben und Unterstützung wünschen.

II – Smart Packaging

Smart steht für clever, intelligent und beschreibt die zunehmende Vernetzung von Technologien, die das Leben leichter machen. Smarte Technologien ermöglichen es beispielsweise heute schon, das Haus aus der Ferne zu überwachen und die Heizung oder Beleuchtung mithilfe von Sensoren zu automatisieren: Das Licht geht an, wenn man den Raum betritt, die Temperatur wird ebenfalls nach Anwesenheit gesteuert, um Heizkosten zu mindern. Selbst Rollos öffnen und schließen sich je nach Lichteinfall.

Was ist Smart Packaging?

Und was ist nun intelligente Verpackung? Smart Packaging bezieht sich auf die Integration von Technologie und innovativen Materialien in Verpackungen, um zusätzliche Funktionen und Mehrwert zu bieten.  Generell zielt Smart Packaging darauf ab, die Effizienz, Sicherheit, Nachhaltigkeit und Benutzererfahrung von Verpackungen zu verbessern, indem es sie mit intelligenter Technologie ausstattet. Diese Technologien können verschiedene Zwecke erfüllen, zum Beispiel:

  • Kommunikation und Interaktion: Smarte Verpackungen können mit Verbrauchern interagieren, indem sie Informationen über das Produkt, Anweisungen zur Verwendung oder sogar personalisierte Nachrichten bereitstellen. Zum Beispiel können QR-Codes oder RFID-Tags verwendet werden, um Kunden auf Websites mit weiteren Informationen zu führen.
  • Überwachung und Sicherheit: Durch den Einsatz von Sensoren können Smart Packaging-Lösungen den Zustand des verpackten Produkts überwachen, wie zum Beispiel die Temperatur, Feuchtigkeit oder den Grad der Erschütterung während des Transports). Diese Transportüberwachung ermöglicht es, die Qualität und Frische von Lebensmitteln oder Medikamenten zu gewährleisten und den Verbrauchern ein höheres Maß an Sicherheit zu bieten.
  • Nachhaltigkeit: Smarte Verpackungen können dazu beitragen, den ökologischen Fußabdruck zu reduzieren, indem sie beispielsweise die Verwendung von Verpackungsmaterialien optimieren oder Verbrauchern helfen, Abfälle besser zu trennen und zu recyceln.
  • Markenschutz und Authentifizierung: Technologien wie NFC (Near Field Communication) oder Blockchain können in Smart Packaging integriert werden, um die Echtheit von Produkten zu überprüfen und Marken vor Fälschungen zu schützen.
  • Verlängerung der Haltbarkeit: Durch den Einsatz von Barrierematerialien oder aktiven Verpackungskomponenten können smarte Verpackungen dazu beitragen, die Haltbarkeit von Produkten zu verlängern und deren Verschwendung zu reduzieren.

Vorteile von Smart Packaging für Unternehmen und Verbraucher

Für Unternehmen bietet Smart Packaging die Möglichkeit, ihre Produkte differenzierter zu vermarkten, die Kundenbindung zu stärken und die Effizienz in der Lieferkette zu verbessern. Durch verbesserte Rückverfolgbarkeit und Echtzeitdaten können Unternehmen auch schnell auf Marktanforderungen reagieren und ihre Betriebsabläufe optimieren. Für Verbraucher bedeutet Smart Packaging eine verbesserte Produktsicherheit, Transparenz und Benutzerfreundlichkeit. Sie können leichter auf zusätzliche Produktinformationen zugreifen und gegebenenfalls Produktfälschungen erkennen.

Anwendungen von Smart Packaging in verschiedenen Branchen

Smart Packaging findet in einer Vielzahl von Branchen Anwendung, darunter Lebensmittel und Getränke, Pharmazie, Kosmetik, Elektronik und Logistik. In der Lebensmittelindustrie ermöglicht es Smart Packaging die Überwachung von Frische und Qualität, die Reduzierung von Lebensmittelabfällen und die Sicherstellung der Lebensmittelsicherheit. In der Pharmaindustrie kann Smart Packaging dabei helfen, die Echtheit von Arzneimitteln zu überprüfen, die Einhaltung von Dosierungsanweisungen zu überwachen und die Patientencompliance zu verbessern, wie dieses Beispiel zeigt:

Das deutsche Unternehmen August Faller Group stellt mit „Medical Prescription“ eine Smart Packaging Lösung vor. Der Patient wird an die korrekte Uhrzeit der Einnahme der Medizin erinnert und die Verpackung meldet sich auch, wenn es Zeit ist, ein neues Rezept zu bestellen. Die Tabletten-Schachtel verfügt über ein E-Paper-Display und elektronische Bedienelemente.

Smart Packaging und Extended Packaging: Eine Abgrenzung

Smart Packaging nutzt also Technologien, um den Transport zu überwachen. Mittels Indikatoren werden Stöße, Feuchtigkeit, Drehungen oder Temperaturschwankungen gemessen. Dadurch werden Personen für den Umgang mit der Ware sensibilisiert und mögliche Beschädigungen des Produktes angezeigt. Der Begriff des Extented Packaging dagegen beinhaltet die Erweiterung der Informationen auf der Verpackung um leicht zugängliche Online-Inhalte. Der Kunde scannt beispielsweise mit dem Smartphone einen auf der Verpackung angebrachten QR-Code und gelangt so auf eine spezielle Website oder die Homepage des Herstellers, auf der weitere Details zum Produkt oder dessen Verwendungsmöglichkeiten bereitgestellt werden. Diese Online-Informationen ergänzen und erweitern somit die Angaben auf der Verpackung selbst. Das können „statische“ Inhalte sein, wie (am Beispiel einer Lebensmittelverpackung) beispielsweise zusätzliche Informationen wie  Nährwertangaben, Allergeninformationen, Herkunftsangaben der Zutaten und CO2-Bilanz. Hinter den online bereitgestellten und mittels QR-Code zugänglich gemachten Inhalten können aber auch komplexere Inhalte wie Augmented Reality Anwendungen stehen. So kann beispielsweise ein Kleidungsstück direkt virtuell im Laden „anprobiert“ werden oder aber das Möbelstück zur Probe im virtuellen Wohnzimmer platziert werden.

III – Verpackung 4.0: Die Kundenansprache

Kunden wollen begeistert und überrascht werden. Ein brauner schlichter Karton tut dies nicht. Nutzen Sie die Werbefläche, die sich auf der Verpackung bietet! Gerade im stetig wachsenden E-Commerce Bereich sollte Verpackung inzwischen als PoS verstanden werden.

Bedruckte Verpackungen

Heute in vielen Unternehmen gang und gäbe: Bedruckte Kartons, Versandtaschen und Klebeband mit Firmen-Logo. Wiedererkennungswert, Werbefläche und Kundenbindungsinstrument. Verpackung 4.0 kann aber noch ein wenig mehr:

Einen Schritt weiter gehen und den Kunden begeistern können Sie, wenn auch die Innenflächen genutzt werden. Schon „normale“ Innenbedruckung kann hier einen großen Unterschied machen. Höchster Standard, und damit quasi Verpackung 4.0: Jedes Paket spricht den Kunden persönlich an! Das ist heute schon über die Anbringung eines personalisierten Etiketts auf der Innenseite des Kartons, z.B. „Michael, viel Spaß mit Deinen neuen Schuhen!“ oder das Aufbringen eines QR Codes via Etikett möglich.

Verpackung als Auslöser von Augmented Reality

Beim Thema Augmented Reality verknüpft man endgültig die reale und die digitale Welt. Über ein Wasserzeichen, welches in einem Bild auf dem Karton integriert ist, entführen Sie den Kunden in eine andere Welt. Da alle Informationen in der Cloud gespeichert sind, kann man hier die dargebotenen Infos jederzeit anpassen. Keine Zukunftsmusik, sondern längst ein rasant wachsender Markt.

Durch Augmented Reality wächst die Verpackung über sich hinaus! Zum einen unterstützt die Technologie die Kommissionierung in Zeiten von Industrie 4.0 das moderne, ergonomische und produktive Arbeiten im Lager. Darüber hinaus stärkt sie die Kundenbindung. Nämlich genau dann, wenn der Kunde mit Hilfe eines Auslösers wie etwa einem Code auf der Verpackung Zusatzinformationen zum Produkt hält. Adidas hat das schon früh erkannt und mit einer Energy Boost Kampagne nicht nur durch exzellente Produktpräsentation, sondern auch durch Augmented Reality und App erfolgreich eine Kampagne gelauncht:

Individuelle Verpackung durch Brand-Aufdruck sind längst nicht mehr wegzudenken. Augmented Reality schließlich verbindet die digitale mit der realen Welt und bietet Produktanbietern grenzenlose Möglichkeiten mit den Kunden zu interagieren und diese langfristig zu binden.

Die Rolle von Extended Packaging entlang der Customer Journey

  • Informieren und Bedarf wecken mittels Verpackung: Vor bwz. während der Kaufentscheidung hilft die Verpackung und die erweiterte Verpackung, also das Packaging bzw. das Extended Packaging, also dem Kunden zum Kauf. Aber auch in der Nachkaufbetreuung ist Augmented Reality absolut nützlich:
  • Kaufbestätigung und Kundenbindung mittels Verpackung: Der Kunde hat gekauft! Und zufriedene Kunden sind einfacher zu aktivieren als Neukunden. Deshalb ist es ratsam, auch nach dem Kauf noch Hilfestellung zu geben. Auch hier kann Augmented Reality eingesetzt werden: Inhalte, die das Produkt erklären und Video Tutorials kommen zum Einsatz. Schwarzkopf etwa setzt bei neuen Produkten aus der Reihe got2b auf Video Tutorials in Kooperation mit der erfolgreichen YouTuberin Dagi Bee. Inhalte sind jeweils Anleitungen und Frisurideen zu den jeweiligen Produkten.

Heinz Ketchup enthält ein Kochbuch mit Rezepten und Bombay Sapphire setzt ebenfalls auf Cocktailrezepte, allerdings mit Videoanleitung.

Idealerweise sollte der Nutzer sich einbringen können. Durch Aktualisierung der Inhalte und den Aufbau einer Community wird der Käufer langfristig gebunden.

Augmented Reality macht die Verpackung zum Erlebnis

Augmented Reality kann demnach während der gesamten Customer Journey mit unterschiedlichen Schwerpunkten eingesetzt werden. Die Verpackung ist dafür der ideale Auslöser. Die Technologie triggert und weckt den Spieltrieb. Wichtig ist immer der Zusatznutzen für den Verbraucher: Sei es ein Selfie, Unterhaltung oder tatsächliche Hilfestellung bei der Nutzung des Produktes. Da inzwischen Jung und Alt tagtäglich Smartphones nutzen, sind die technischen Grundlagen für den Mainstream gelegt. Dennoch sollten die Inhalte von Augmented Reality so einfach und selbsterklärend wie möglich abrufbar sein, der Nutzer darf nicht vor zusätzliche technische Herausforderungen gestellt werden.

Beim Einsatz von AR geht es nur um den Zusatznutzen für den Verbraucher. Bei der Nutzung des digitalen Angebots sollte er keine technischen Herausforderungen überwinden müssen, sondern einfach und selbsterklärend auf die Inhalte zugreifen können.

Interaktion und Emotion: Zwei Garanten für mehr Umsatz
Durch das Verschmelzen der realen und digitalen Welt werden nicht nur außergewöhnliche, sondern auch emotionale Momente geschaffen. Die Erfahrung mit Augmented Reality unterstützt dabei, die Kunden zu binden, die Werbung persönlich und spannend zu gestalten, darüber hinaus die Interaktion zu steigern und langfristig auch den Umsatz. Augmented Reality wird sich in Zukunft zu einem neuen Standard in der Verpackungsindustrie entwickeln.

IV – Nachhaltige Verpackung

Grundsätzlich ist die Verpackung die wichtigste Voraussetzung für einen nachhaltigen Transport. Denn kommt das Produkt beschädigt beim Kunden an, ist das nicht nur ein Imageverlust, sondern zieht auch immense Kosten sowie einen Neuversand und damit einen erhöhten CO² Ausstoß nach sich.

Welche Ansätze zu mehr Nachhaltigkeit von Verpackungen gibt es?

Bei RAJA sehen wir 5 Ansatzpunkte hin zu nachhaltigerer Verpackung, ausführlich erklärt in diesem Blogartikel: Nachhaltige Verpackung: 5 Verpackungsgrundsätze. Kurz:

Die Verpackungsgröße muss passen! 

Laut einer Forbes Studie aus 2018 enthalten 60% der Lieferungen mehr als 25% Leervolumen und das hat sich seither nur leicht verbessert. Ziel ist es also die passende Verpackung für Ihr Produkt zu wählen, d.h. eine Verpackung nur so groß wie nötig und mit genau ausreichend Polsterschutz um ein sicheres Ankommen Ihrer Ware zu gewährleisten. Das ist das A und O.

Die verwendeten Materialien und die Prozesse müssen überdacht werden:

Auch beim Polsterschutz sehen wir noch Potential hin zur Verpackung 4.0. Denn: Durch die passende Füll- und Polstermaterialmaschine, die am Packplatz integriert ist, spart man Platz und arbeitet wesentlich ergonomischer als mit manuellem Knüllpapier. Laut einer PwC Umfrage aus 2018 sind 85% der Konsumenten nachhaltige Verpackungen wichtig. Bereits 52% suchen gezielt nach Produkten mit umweltfreundlicher Verpackung.

Der Kreislaufgedanke muss konsequent gedacht werden:

Das gilt in Bezug auf die Verwendung von Einwegverpackung, die im Anschluss recycelt wird (Recyclingziele). Das gilt aber auch im Hinblick auf die Implementierung sinnvoller Pfandsysteme auch bei Versandverpackungen.

Darf nachhaltige Verpackung mehr kosten?

Gemäß einer Studie der STI Group aus 2015 waren die Befragten bereit, bei einem angenommenen Produktpreis von 2,50 Euro, durchschnittlich 30 Cent – also 12 Prozent – mehr auszugeben, wenn Sie dafür eine nachhaltige Verpackung bekommen. Unsere Erfahrung zeigt, dass sich sehr viele Unternehmen Gedanken über das Thema Nachhaltigkeit machen, aber noch zu wenige den Schritt wagen all ihre bisherigen Verpackungen auf nachhaltigere umzustellen. Oft beruhigt man das Gewissen durch Änderung einer kleinen Stellschraube.

Es sind kleine Schritte, aber es tut sich etwas. Allein die Verkaufszahlen bei RAJA belegen ein (zögerliches) umdenken:

  • 85% unserer Kunden haben mindestens ein umweltfreundliches Produkt im Sortiment
  • der Anteil derer, die bei uns ausschließlich umweltfreundliche Materialien kaufen in den letzten 2 Jahren um 3% gestiegen ist
  • die Menge der verkauften umweltfreundlichen Produkte hat sich in den letzten 2 Jahren um 12% erhöht

Fazit: Unser Weg zu Verpackung 4.0

Die genannten Punkte machen deutlich: Die Verpackung 4.0 ist kein unerreichbares Ziel.  Warum also sind wir nur bei 3.6?

  • Durch günstige und schnelle Lagerarbeiter fehlt es an der gefühlten Notwendigkeit der Automatisierung, wobei uns Corona jetzt gezeigt hat wie fragil Lieferketten sind, wenn Sie auf zu viel rein menschlicher Arbeitskraft basieren. Viele haben Respekt davor bestehende Prozesse zu ändern.
  • Angst vor Prozessänderung und personeller Mangel
  • Nachhaltigkeit muss Teil des Unternehmensziel sein[/su_box]
Unternehmen erkennen mehr und mehr, dass Kunden in Zukunft mehr erwarten als die reine Zustellung der Ware. Kunden wollen begeistert werden. Diesem Punkt wird noch immer viel zu wenig Beachtung geschenkt. Wenn Firmen das volle Potential einer Verpackung ausnutzen möchten und dadurch Kundenbindung auf ein neues Level heben, erst dann wird das Thema Automatisierung bzw. smarte Verpackungen voranschreiten.

RAJA steht Ihnen gerne zur Seite, den nächsten (oder aber auch: den ersten) Schritt zu gehen. Eine bestehende Infrastruktur kann durchaus Schritt für Schritt parallel zum weiterlaufenden Geschäft umgebaut und angepasst werden.

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